Das goldene Land

Das goldene Land

 

Meine Urgroßmutter weinte so sehr

Ihr Mann war ein Jud und er trug ein Gewehr

Zerfetzt auf einem Feld nahe der Stadt Verdun

Und sie sang ihrer Tochter vom goldenen Land

Von Datteln, Oliven und schneeweißem Sand

Sie sang das Lied vom goldenen Land

 

Meine Großmutter wurd groß und das Land wurde braun

Sie konnt sich nicht mehr auf die Straße traun

An der Wiege der Tochter hielt sie ihre Hand

Und flüsterte ihr vom goldenen Land

Von Datteln, Oliven und schneeweißem Sand

Sie sang leis das Lied vom goldenen Land

 

Meine Mutter wurd groß, ihre Mutter verbrannt

Wachte sie auf im Wirtschaftswunderland

Doch Geld ist kein Gold, ihr Blick starr zur Wand

Summte sie leis vom goldenen Land

Von Datteln, Oliven und schneeweißem Sand

Sie summte das Lied vom goldenen Land

 

Nicht auf dem Roten Platz, nicht am Goldenen Tor

Nicht im Felsendom und nicht westlich davor

Ich bin um die ganze Welt gerannt

Nirgendwo fand ich goldenes Land

Nur Datteln, Oliven und schneeweißen Sand

Nirgendwo fand ich das goldene Land

 

Meine Tochter schaut mich nun mit großen Augen an

Neugierig, hungrig mit Sturm und mit Drang

Das Leben vor ihr, nirgends riecht es verbrannt

Ihr Augen fragen: "Wo ist das goldene Land?"

Das Leben vor Dir, nirgends riecht es verbrannt

Nur in Dir findest Du das goldene Land

 

 

Bild von Yehudis Jacobowitz, Jerusalem

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